Algenteppiche

Jeden Frühling zeigen sich Algen im See. Teppiche bilden sich am Boden in geringer Tiefe.  Wenn die Sonne stärker scheint, bilden sie Sauerstoffblasen, welche unter dem Geflecht der Blaualgen (üblicherweise das Cyanobakterium Nostoc sp.), Grünalgen und Kieselalgen gefangen bleiben. Damit steigt die Schicht an die Oberfläche und kann nicht mehr übersehen werden. Professor Dr. Eugen A. Thomas kannte diese Erscheinung und hat dafür den Begriff “Krötenhäute” benutzt. Der Volksmund war offenbar der Ansicht, dass laichende Kröten ihre Haut abstossen und diese später an der Oberfläche sichtbar wird Diese Geschichte hat einen Schönheitsfehler: Kröten gehören nicht zu den Schlangen (Reptilien), also schlüpfen sie auch nicht aus der alten Haut. Dieses Phänomen zeigt sich auch in sehr sauberen Gewässern. Dort kann es bis in Tiefen von mehr als 10 Meter vorstossen und das Auftreten der aufrahmenden (sehr dunklen) Fetzen bis in die Badesaison verschoben sein.

Krötenhäute im Greifensee
Die Situation am 2. Juni 2003

Die Temperatur in Seemitte an der Oberfläche war bereits über 21°C. Nach den Analysen des AWEL hatte der See in der grössten Tiefe noch 4.6 mg Sauerstoff pro Liter (und würde damit noch den Anforderungen des Gesetzes genügen). Die Abnahme ist aber derart rasch, dass der Vorrat auch im Sommer 2003 nicht genügen wird. Die Sichttiefe war mit 7m sehr gross. Auch dies ist ein wiederkehrendes Phänomen. Im Frühjahr wachsen die Algen schneller als die Kleinkrebse. Im späten Frühjahr ist dann die Krebs-Dichte so gross, dass sie die Algen bis auf wenige Reste ausräumen. Fachleute nennen es “Frassloch” auf englisch: “overgrazing”, oder im Falle des Bielersees “Juniloch”. Nun haben vor allem Algenarten eine Chance, welche wegen ihrer Form oder Grösse nicht gefressen werden können Allerdings gibt es auch Kleinkrebse, welche diese sperrigen Algen “behändigen”, dann einen “Stachel” nach dem anderen abknapsen und schliesslich den ungefährlichen Rest in ihren Mund stopfen.. In sehr stark überdüngten Seen können auch Oszillationen mit mehreren Frasslöchern pro Vegetationsperiode auftreten. Der Pfäffikersee gehört nicht mehr in diese Kategorie.

 

Heinrich Bührer

© Vereinigung Pro Pfäffikersee

Zurück